Am Turniersieg in Wien geschnuppert

Es war noch nicht einmal eine Minute im Finale des 3.Ottobock-Cups am Sonntag, dem 4.Dezember 2016 in der Sporthalle Brigittenau in der Hopsagasse in Wien gespielt, da führte der Underdog aus Norddeutschland, die Barmstedt Knights gegen den haushohen Favoriten ASKÖ Wien 1 mit 1:0. Der zu kurz gespielte Anstoß der Wiener wurde von Marco Rollmann attackiert und der Ball dann schnell bis vor das Tor getrieben, wo es Steffen Dannenberg am linken Pfosten gelang, zur Führung einzuschieben. Dieser Auftakt saß und man merkte den gegnerischen Spielern und den überwiegend österreichischen Zuschauern deutlich die damit einhergehende Verunsicherung an. Dabei hatte in den zwei Turniertagen davor alles nach einem eindeutigen Erfolg der ersten E-Rollifußballmannschaft von ASKÖ Wien um ihren Star mit der Nummer 10, Iljas Jusic, ausgesehen.

 

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Als Mannschaft mit der weitesten Anreise von über 1000 Kilometern, die von Spielern und Betreuern wahlweise mit Auto, Bahn oder Flugzeug erfolgte, waren die Knights aus dem beschaulichen Barmstedt nach Wien gereist. Die Unterkunft war schon dank kräftiger finanzieller Unterstützung durch den Sponsor ThiesMediCenter aus Itzehoe und einem privaten Geldgeber sowie dem Preisgeld für den Sieg beim E-Ball Turnier in Rheinsberg frühzeitig im Jugendgästehaus Brigittenau gesichert worden.

 

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Nach ein wenig Sightseeing in der österreichischen Hauptstadt waren letztendlich zum Turnierauftakt am Freitagabend alle vollzählig in der Sporthalle eingetroffen. In zwei kurzen Trainingsspielen konnten sie sich mit ihrem eigenen Equipment, der Halle und natürlich den Gegnern ein wenig vertraut machen. Danach ging es zurück in die nahegelegene Jugendherberge, in der noch ein weiterer Gegner auf sie wartete, der sie noch bis über das Ende des Turniers in Atem halten sollte - nämlich ein hartnäckiger Magen-Darm-Virus der, wohl ausgehend von einer gleichzeitig anwesenden Schulklasse, auch den ein oder anderen aus der Reisegruppe angriff. Das hielt sie aber trotzdem nicht davon ab, am Samstagvormittag gleich richtig gut mit einem 8:1 Sieg gegen die Steelchairs Linz ins eigentliche Turnier zu starten. Auch der zweite Gegner in der Champions League Gruppe, die Power Lions aus Dresden konnten sie mit einem klaren 4:1 distanzieren. Damit war der zweite Platz in der Gruppe schon einmal gesichert. Es folgte das Endspiel um den Gruppensieg gegen ASKÖ Wien 1. Diese Mannschaft bildet den Kern der österreichischen E-Rollifußball Nationalmannschaft und ihre Erfahrung und Abgeklärtheit hatten die Wiener schon bei ihren beiden Gruppenspielen mit einer Ausbeute von 12:0 Toren eindrucksvoll bewiesen. Da konnten auch die Knights nur eine Halbzeit lang, bei einem Pausenstand von 0:2, einigermaßen mithalten. Im zweiten Durchgang spielten die Wiener ihren Gegner nahezu an die Wand. Insbesondere Standardsituationen wussten sie zu nutzen und gewannen letztendlich hochverdient mit 7:0. Wie eingangs gesagt, es lief für den Lokalmatadoren und Turnierfavoriten alles nach Plan.

 

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Nach einem Sponsorenabend mit der Firma Ottobock, die den Barmstedtern im Vorfeld des Turniers ihr allerneuestes Sportgerät, einen B500 sport, zur Verfügung stellten und der im Turnier von Steffen Dannenberg im Cockpit mit großer Begeisterung in Szene gesetzt wurde, traten die sechs tapferen Ritter am Sonntag neu gestärkt zum Semifinale an. Erneuter Gegner war die Mannschaft vom SV Motor Mickten, die Power Lions aus Dresden. Diese hatten offenbar in ihrer Analyse des Gruppenspiels vom Vortag einiges richtig gesehen und stellten eine verbesserte Abwehr auf das Feld aus der dann mit einer einzigen Spitze Konter nach vorne gespielt werden sollten. Das schmeckte den Knights nicht unbedingt und nur äußerst mühsam gelang es den Doppelriegel vor dem Tor der Dresdner zu mindestens einmal zu knacken und das 1:0 zu erzielen. Doch die Taktik der Dresdner ging auf und durch einen in der Abwehr eroberten Ball, der von Sarah Lenz schnell nach vorne getrieben wurde, fiel der überraschende Ausgleich. Diesen konnten die Sachsen bis über die Verlängerung verteidigen. Das Spiel musste im Penaltyschießen entschieden werden. Dies war nicht nur für die Spieler eine besondere Herausforderung, auch die erst am Turnierwochenende ausgebildeten Schiedsrichter hatten hier ein wenig Mühe das Regelwerk umzusetzen. Doch als letztendlich der Barmstedter Torwart Johannes Koch nach Abwehr des fünften Penalties seinen eigenen Schuss verwandelt hatte war das spannende Match beendet und die Knights zogen damit nicht unverdient ins Finale des 3.Ottobock-Cups ein. Hier stand den Rittern, wie nicht anders zu erwarten erneut die erste Mannschaft von ASKÖ Wien gegenüber, die ihr Halbfinale einigermaßen souverän gegen die Steelchairs Linz mit 4:0 gewann. Doch wie selbst die Wiener sagten, fängt jedes Spiel bei 0:0 an und eröffnet damit die Chance, die gleich in der ersten Spielminute von den Barmstedtern genutzt werden konnte. Doch ASKÖ griff im Spielverlauf weiter an und kam zu Ausgleichsmöglichkeiten. Die größte bot sich bei einem Penalty aufgrund eines Foulspiels der Knights, doch der Wiener Schütze konnte den Ball nicht im Tor platzieren. Waren es die Nerven oder der unerwartete Rückstand der ASKÖ zu schaffen machte? Von der Dominanz der Gruppenspiele war jedenfalls nichts zu sehen. Die Barmstedter ihrerseits spielten auch munter nach vorne und so entwickelte sich ein hochklassiges und spannendes Finale. Nach der Pause nahm der Druck auf die Abwehr der Norddeutschen zu und Mitte der zweiten Halbzeit gelang den Österreichern der ersehnte Ausgleich. Doch die Gegenwehr brach nicht ein, sondern mit engagiertem Spiel zwangen die Knights ASKÖ in die Verlängerung. Aus einem Einschuss von der Seitenlinie, bei dem ein wenig Unstimmigkeit in der Abwehr Barmstedts herrschte, fiel dann doch noch der mit viel Jubel begleitete Führungstreffer für die Österreicher. Diesen Vorsprung gaben die Favoriten dann bis zum Abpfiff nicht mehr her, obwohl die Knights die Deckung öffneten und noch offensiver agierten. Letztendlich wurde es ein verdienter Turniersieg der sympathischen österreichischen Mannschaft um ihre Trainer Leo Vasilie und Doris Fitz. Aus diesen Grund kamen die anschließenden Gratulationen von Herzen. Doch die Knights aus Barmstedt verließen als Newcomer in dieser Sportart erhobenen Hauptes das Spielfeld und kamen Stolz zur anschließenden Siegerehrung um den Pokal für den zweiten Platz entgegenzunehmen. Außerdem wurde Steffen Dannenberg von den Trainern als wertvollster Spieler ausgezeichnet. Mit jeweils vier Treffern von Malte Dannenberg, Steffen Dannenberg und Marco Rollmann sowie zwei Treffern von Thore Mede fanden sich auch vier Mannschaftsmitglieder in der Torschützenliste wieder. Damit ging ein ereignisreiches, langes Wochenende zu Ende und jeder konnte wertvolle Erfahrungen mitnehmen, die auf den langen Rückfahrten noch für reichlich Gesprächsstoff dienten.

 

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Turniersieger ASKÖ Wien 1

 

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2. Platz BMTV Knights Barmstedt

 

Der Dank der Knights Barmstedt geht natürlich zunächst an den Ausrichter E-Rolli Fußball Österreich, im speziellen in der Person von Matias Costa. Das war ein sehr gut organisiertes Turnier und ihr habt viel Liebe und Engagement in diese Tage gesteckt und es damit zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle werden lassen. Dann natürlich auch an die gegnerischen Mannschaften. Es waren immer faire Partien und es wurden viele persönliche Kontakte geknüpft, so dass man sich in Zukunft gern wieder auf einem Spielfeld begegnen möchte. Abschließend gilt unser Dank unseren Sponsoren. Zum einen der Firma Ottobock HealthCare Deutschland GmbH für die Bereitstellung des B500 sport und viel persönlicher Unterstützung, insbesondere durch André Illgen. Zum anderen der Firma ThiesMediCenter Itzehoe für die kräftige Unterstützung bei der Finanzierung dieses Vorhabens und der Begleitung nach Wien durch Mona Reimer und Frank Leschik.

 

Ernst Mede